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Stark in bewegten Zeiten

HR-Softwareanbieter halten Kurs

Die HR-Anbieterszene präsentiert sich trotz mancher Probleme auch im Frühjahr 2022 weitgehend zuversichtlich. Die Geschäftslage bleibt gut und kräftige Investitionen in die Zukunft zeugen von ungebrochener Kraft der Branche. Die wirtschaftliche Gesamtlage ist indes schwieriger geworden, was auch im HR-Softwaremarkt nicht ohne Wirkung blieb. 

Insgesamt gute Geschäftslage

Eine überwältigende Mehrheit von 91,7 % der befragten Unternehmen schätzt die aktuelle Geschäftslage als gut bis sehr gut ein – eine schlechte Situation sieht keiner der Befragten. Im Vergleich zur Herbsterhebung fällt dieser Wert trotz der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie und des Krieges in der Ukraine nur um rund ein Prozent ab.

Ausnahmslos alle Teilnehmer gehen zudem mit Blick auf das kommende Halbjahr von einer wenigstens gleichbleibenden Lage aus. Allerdings erwarten nur noch knapp 30 % eine Verbesserung – nahezu eine Halbierung mit Blick auf die Herbstumfrage. Der Geschäftsklima-Index ist von 75,0 auf 60,5 gefallen. Die Branche bleibt jedoch insgesamt zuversichtlich, was auch ein weiteres Ergebnis belegt: Sechs von zehn HR-Anbietern sehen nämlich die Entwicklung des eigenen Unternehmens positiver als jene der Gesamtwirtschaft in Deutschland. Das ist ein überaus selbstbewusstes Signal.

Eintrübung der Auftragslage

Weniger gut sehen die Neuigkeiten in Bezug auf die Auftragslage aus: Nur noch zwei von zehn Unternehmen beurteilen ihren Auftragsbestand als hoch – im Herbst sahen das noch mehr als die Hälfte der Teilnehmer so (54 %). Auf der anderen Seite bewerten knappe zwei Drittel (62,5 %) der Befragten ihre Auftragslage immerhin als normal, das sind 16,5 % mehr als im Herbst. Doch leider betrachten inzwischen 16,7 % der Firmen eine Verschlechterung des Auftragsbestandes, im Herbst war noch niemand dieser Überzeugung.

Vergleicht man den konkreten Auftragsbestand mit dem Vorjahr, so ist eine deutliche Verringerung zu beobachten. Der Anteil der Anbieter mit gestiegenen Beständen hat sich seit dem Herbst halbiert und beträgt aktuell lediglich 33 %. Ein Fünftel der Unternehmen verzeichnet sogar Einbußen im Vergleich zu 2021.

Umsätze steigen langsamer

Rund 40 % der HR-Anbieter berichten im ersten Quartal 2022 von Umsatzsteigerungen im zweistelligen Bereich, das ist erfreulich. Doch in Summe konnten nur noch etwas mehr als drei Viertel der Betriebe ihre Umsätze überhaupt erhöhen und die Steigerungsraten sind geringer ausgefallen als im Vorjahresherbst erwartet.

Sieht man sich die aktuellen Erwartungen für das gesamte Jahr 2022 an, so fallen diese gegenüber der ursprünglichen Planung kräftig ab. Hier dürfte die durch Kriegs- und Pandemiefolgen durchgeschüttelte Wirtschaft eine Rolle spielen.

Markthemmnisse: Killerfaktor Fachkräftemangel

Der Fachkräftemangel rangiert in der Liste der störenden Faktoren ganz oben – 87 % der HR-Anbieter halten die angespannte Lage am Arbeitsmarkt für das größte Markthemmnis. Doch auch die Wettbewerbssituation macht vielen Häusern zu schaffen, mehr als die Hälfte sehen darin eine Behinderung ihrer Geschäftsentwicklung. Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs, die Corona-Pandemie, die Nachfragesituation und die politischen Rahmenbedingungen folgen auf den Plätzen.

Erfreuliche Personalplanungen

Abschließend wurde das Thema „Personalbestand“ abgefragt – und hier zeigt sich, wie gesund die Branche selbst in diesen schwierigen Zeiten ist: Zwei Drittel der befragten Anbieter wollen die Zahl der Mitarbeiter in diesem Jahr erhöhen, fast ebenso viele wie im Herbst 2021. Drei von zehn Betrieben planen dieselbe Mitarbeiterstärke wie im Vorjahr. Außerdem will nur noch einer von 20 Anbietern Arbeitsplätze abbauen, bei der letzten Umfrage war es noch jeder zehnte.

Fazit

Die HR-Anbieter bewerten ihre momentane Geschäftslage weiterhin als positiv, doch die gewohnte Zuversicht hat Kratzer bekommen. Die Wachstumsdynamik hat an Kraft verloren und auch die wirtschaftlichen Erwartungen an das laufende Jahr fallen niedriger aus als vor Jahresfrist.

Gründe für diese Entwicklung gibt es genug. Neben den Auswirkungen wirtschaftlicher und politischer Krisen sind hier vor allem die hemmenden Faktoren Fachkräftemangel und Wettbewerbsverschärfung zu nennen. In Reaktion darauf planen die meisten HR-Anbieter weitere personelle Verstärkungen und höhere Investitionen.

Doch letztlich präsentiert sich der Anbietermarkt von HR-Software und Dienstleistungen in einem von Krisen und neuen Risiken gebeutelten wirtschaftlichen Umfeld als weiterhin robust und wachstumsorientiert.

Den kostenlosen Ergebnisbericht der aktuellen Herbstbefragung 2022 können Sie hier anfordern.

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